BITTE UM MITARBEIT

!! AUFRUF !!


Nachtkerzenschwärmer und Hirschkäfer:
Aufruf zur Meldung von Beobachtungen

Es wird für die beiden nach der FFH-Richtlinie der EU streng geschützten Arten Nachtkerzenschwärmer (Proserpinus proserpina) und Hirschkäfer (Lucanus cervus) um Mitteilung aller noch nicht gemeldeten Beobachtungen aus dem Zeitraum ab 2007 gebeten. Zu beiden Arten ist die Datenlage aus diesem Zeitraum aktuell noch vergleichsweise dünn (siehe Karten zum aktuellen Datenstand). Als Beitrag zur Berichtspflicht im Rahmen der europäischen FFH-Richtlinie werden weitere Daten daher dringend benötigt. Noch nicht gemeldete Nachweise aus der Zeit vor 2007, insbesondere ab dem Jahr 2000, werden auch gerne entgegen genommen.
Übermitteln Sie Ihre Daten bitte möglichst bis Ende März an das:

Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG),
Abt. Naturschutz, Landschaftspflege, Ref. 61 Herrn Thoß,
Halsbrücker Straße 31a, 09599 Freiberg
oder per Email an: Steffen.Thoss [at] smul.sachsen.de
oder zusammen mit ihrer Jahresmeldung an die bekannten Gruppenbearbeiter des Projektes „Entomofauna Saxonica“.

Sofern verfügbar, bitten wir um punktgenaue Funddaten mit eindeutigen Angaben zu Funddatum, Fundort und Beobachtername. Weitere Angaben zum Habitat, zu Verhalten, genutzten Nahrungspflanzen, registrierten Gefährdungen etc. sind wertvoll und gern willkommen, aber keine Pflicht.

Die Ergebnisse werden durch das LfULG zusammengestellt, ausgewertet und sollen in Form von aktuellen Fundpunktkarten auf der Website von EFG e.V. LV Sachsen dargestellt werden. Weiterhin bleiben sie für die Landesfaunenprojekte verfügbar und sind dafür von hohem Wert.

Unser besonderer Dank gilt allen, die bisher beim Zusammentragen der Beobachtungsdaten mitgewirkt haben. Ohne aktuelle Beobachtungsdaten fehlt uns eine wesentliche Grundlage für die Erfüllung der Fachaufgaben im Naturschutz und damit für den Schutz der Arten. Auch landesweite Projekte wie die sächsischen Verbreitungsatlanten wären ohne diese Daten undenkbar.

Ganz wichtig, informieren Sie alle Interessierten in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis über diesen Aufruf! Gerade vom Hirschkäfer als einer leicht kenntlichen und auch in der breiten Bevölkerung gut bekannten Art „schlummern“ sicher eine ganze Reihe von Beobachtungen bislang in den Notizbüchern, Köpfen oder Fotoapparaten vor sich hin, ohne bislang gemeldet worden zu sein. Nur wenn Viele erreicht werden, kann dieser Aufruf ein Erfolg werden. Tragen auch Sie dazu bei!


Unabhängig vom obigen Aufruf ein aktueller Hinweis zu Möglichkeiten der Unterstützung der ehrenamtlichen Erfassung von Beobachtungsdaten durch den Freistaat:

Für ehrenamtlich tätige Kartierer, die sich zutrauen ihre Daten mit dem Computer zu erfassen, bietet das LfULG ab Februar 2012 erstmalig kostenlose Schulungen zur Benutzung der Erfasser-Version von „MultiBaseCS“ an. Dieses Computerprogramm hat sich für die Erfassung, die Auswertung und den Austausch von Artdaten bewährt und wird in Sachsen vom LfULG, von den Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise, von Gruppenbearbeitern der Entomofauna Saxonica und auch von zahlreichen ehrenamtlichen Kartierern genutzt. Nähere Informationen finden Sie ab Februar direkt auf der Seite http://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/natur/19895.htm oder im Internet über die Suchmaschine Google „Artdatenbank Sachsen“.

Aktuelle Meldestände für beide Arten:


Aufruf zur Mitarbeit:

Verzeichnis bzw. biographische Daten sächsischer Entomologen.

Wir sind es unseren Altvorderen schuldig, sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Daher bauen wir eine Sammlung/Datenbank auf und rufen alle auf, sich an dem Vorhaben zu beteiligen.
Dabei unterscheiden wir zwischen lebenden und verstorbenen Entomologen. Für die Lebenden erbitten wir eben zu Lebzeiten die Informationen und wer Informationen (Bilder, Lebensdaten, Nachrufe usw.) von Verstorbenen besitzt, der wird gebeten sich mit uns in Verbindung zu setzen. Vertraulichkeit wird zugesichert.
Das nachfolgende als pdf herunterladbare Formblatt kann ausgefüllt und an
Reinhardt-mittw [at] t-online.de
gesendet oder an die angegebene Postanschrift der Gesellschaft geschickt werden.

Formular


Nektarsaugpflanzen sächsischer Tagfalter
von Rolf Reinhardt, Mittweida

In der Tagfalterfauna von Sachsen (Reinhardt et al. 2007 - Anhang) waren nur solche Pflanzenarten aufgeführt worden, von denen auch tatsächlich in Sachsen Beobachtungen zum Nektarsaugen vorliegen. Bei der Erarbeitung des Textes wurde schnell klar, dass es bisher nicht all zu viele Mitteilungen darüber gab. Namentlich durch Dietrich (2005, 2006, 2009) und durch Palmer (2007) sowie weiterer Entomologen wurde die Liste schnell verlängert. Damit die Aktivitäten nicht nachlassen, wurde in MSE 90 (Fortsetzung in MSE 91) eine Zwischenbilanz gezogen werden. Diese möge anregen, die vielen noch möglichen Nektarsaugpflanzen in der bevorstehenden Saison aufzuspüren. Fertigen Sie selbst Manuskripte oder übersenden Sie die Listen dem Autor.


I

Wo kommt in Sachsen die expansive Spannerart Stegania trimaculata (de Villers, 1789) vor? (Lep., Geometridae)

von Sven Wießner, Dresden

Die vor allem aus Südwesteuropa und dem südlichen Mitteleuropa bekannte Geometride Stegania trimaculata hat in den letzten Jahrzehnten eine beträchtliche Erweiterung ihres Areals nach Nordosten erfahren. Im Jahr 1987 wurde die Art erstmals im Berliner Stadtgebiet nachgewiesen und hat sich seitdem in alle Richtungen ausgebreitet. Einen Überblick über diese Arealerweiterungen im ostdeutschen Raum gibt Gelbrecht (2000, 2006).

In Sachsen wurde Stegania trimaculata erstmals im Jahr 2002 sowie 2004 in jeweils einem Exemplar in Leipzig-Wahren (MTB 4639) durch Wallberg nachgewiesen (vgl. Gelbrecht 2006, Schiller et al. 2005) nachgewiesen und wird seitdem dort regelmäßig gefunden. Darüber hinaus waren dem Verfasser keine weiteren sächsischen Nachweise bekannt.

Umso überraschender war der Fund eines leicht abgeflogenen Männchens am 13.07.2007 in Dresden-Südvorstadt durch den Verfasser. Nachträglich zeigte sich, dass Stegania trimaculata im Jahr 2007 noch an 2 weiteren Fundorten in Dresden beobachtet wurde: Leillinger wies am 26.08.2007 ein frisches Weibchen in Dresden-Wölfnitz nach, Einspender hatte am 23.07.2007 ebenfalls ein frisches Weibchen am Licht in Dresden-Hellerau. Mehrere Nachweise in den Jahren 2008 (Dresden-Südvorstadt am 30.07. und 27.08. durch den Verfasser sowie in Dresden-Gorbitz am 11.08.2008 durch Brümmer, vgl. Wießner 2008) sowie 2009 (Dresden-Südvorstadt am 04.05. und 11.05. durch den Verfasser) sprechen für etablierte Populationen.

Im Zuge der Bearbeitung der sächsischen Spannerfauna ist die Kenntnis der aktuellen Ver- und Ausbreitung von Stegania trimuculata innerhalb Sachsens wichtig. Ist die Art auch außerhalb der Großstädte Leipzig und Dresden nachgewiesen? Weitere Meldungen oder Hinweise nimmt der Verfasser gern entgegen.

Literaturverzeichnis

Gelbrecht, J. (2000): Zur weiteren Ausbreitung von Stegania trimaculata (De Villers, 1789) in Berlin und Umgebung (Lep., Geometridae). - Entomologische Nachrichten und Berichte 44 (4): 284-286.
Gelbrecht, J. (2006): Neue Erkenntnisse zur Ausbreitung von Stegania trimaculata (de Villers, 1789) im Osten Deutschlands (Lep., Geometridae). - Märkische Entomologische Nachrichten 8 (1): 51-54.
Schiller, R. et al. (2006): Bemerkenswerte aktuelle und historische Nachweise von Großschmetterlingen aus Nordwestsachsen. – Veröffentlichungen Naturkundemuseum Leipzig 23 (im Druck).

Wießner, S. (2008): Nachtfalterbeobachtungen in Dresden-Südvorstadt – Ein Beitrag zur Schmetterlingsfauna anthropogen geprägter urbaner Lebensräume. Mitteilungen Sächsischer Entomologen 84: 19-33.

II

Schmetterlingsfauna des Erzgebirges – Aufruf zur Mitarbeit

Nachdem die ersten Landesfaunen Sachsens erschienen sind (Libellen, Tagfalter, Laufkäfer -Teil 1) und inzwischen auch erste Regionalfaunen vorliegen (Schmetterlinge Vogtland, Schmetterlinge Mulde-Lößhügelland, Käfer der Oberlausitz; der 1. Teil der Oberlausitzfauna Schmetterlinge ist in Arbeit), reifte der Gedanke, auch für den geografisch gut abgrenzbaren Naturraum Erzgebirge (West-, Mittel- und Osterzgebirge, Abgrenzung nach Bernhardt et al. 1986 bzw. Bastian & Syrbe [2005]) eine Schmetterlingsfauna des Erzgebirges zu erarbeiten. Eine solche Fauna wäre ein Novum, denn für das Erzgebirge liegen bisher noch keine zusammenfassenden Darstellungen des Schmetterlingsinventars vor. Es ist deshalb wünschenswert, diesen Mangel zu beseitigen.
Bearbeitet werden sollen vorrangig „Groß“-Schmetterlinge, aber auch alle vorliegenden Daten zu Kleinschmetterlingen sollten mit verarbeitet werden.

Schritte für die Bearbeitung:
1. Konstituierung eines Bearbeiterteams (wer Interesse hat, bitte bei U. Fischer melden)
2. Erarbeitung einer Checkliste der bisher nachgewiesenen Arten seit Möbius (1905), ggf. mit Aufteilung auf Zeiträume ähnlich der bisherigen Checklisten für Sachsen
3. Zusammenstellung der Fundorte
4. Parallel zu 2. u. 3. Literaturrecherche
5. Defizitanalyse und gezielte Nachsuche im Bereich „weißer Flecken“
6. Zusammenführung aller Daten in einer Datenbank
7. Erarbeitung Manuskript
8. Publikation
Als wichtig wird ein regelmäßiger Austausch der Ergebnisse erachtet, ggf. können bzw. sollen Zwischenstände publiziert werden.
Es wäre schön, wenn diese Idee regen Zuspruch findet und mit der Arbeit bald begonnen werden könnte.

Literatur
Bastian, O. & Syrbe, R.-U. [2005]: Naturräume in Sachsen – eine Übersicht. – Landschaftsgliederungen in Sachsen: 9-24. Hrsg.: Landesverein Sächsischer Heimatschutz & Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (ohne Jahr).
Bernhard, A., Haase, G., Mannsfeld, K., Richter, H. & Schmidt, K. (1986): Naturräume der sächsischen Bezirke. – Sächsische Heimatblätter, Sonderdruck der Hefte 4/5.
Möbius, E. (1905): Die Großschmetterlinge des Königreiches Sachsen. - Deutsche Entomologische Zeitschrift Iris 17 (Separatdruck).

III

Argus-Bläuling - Plebeius argus (Linnaeus, 1758)


Ich interessiere mich für die Art Plebeius argus (L., 1758), deren Verbreitung und Lebensräume. Diese Art scheint sich in den letzten Jahren wieder zunehmend auszubreiten (Palmer 2009). Aber ihre Vorkommen in Sachsen sind außer einigen größeren Vorkommen in Heidegebieten und Offenländern, nur vereinzelt und lokal begrenzt verbreitet.
Besonders interessant ist, in welchen Lebensräumen diese Art früher vorkam und später bzw. aktuell wieder vorkommt, sowie wo die Art durchgehend vorgekommen ist. Gewünscht sind alle Daten in der möglichen Genauigkeit zur Artbestimmung (Problematik Silberfleck-Bläulingsbestimmung!), Habitatstruktur und -größe, zeitliches Vorkommen, Anzahl beobachteter Tiere usw.
Zusätzlich sind die Daten des anderen Silberfleck-Bläulings Plebeius idas (L., 1761) (P. argyrognomon Bgstr. fehlt bekanntlich in Sachsen; der Name taucht in der Literatur oft als Synonym zu P. idas auf) ebenfalls von Nutzen, da die Arten oftmals im gleichen Habitat vorkommen können. Außerdem gibt es bei diesem Artenkreis erhebliche Probleme bei der Determination (vgl. Hardtke & Nuss 2005).
Alle Informationen können nützlich sein.
Bitte senden Sie diese an meine E-Mail-Adresse: maik.palmer@arcor.de bzw.
Postanschrift: Maik Palmer, Burgstr. 16, 09599 Freiberg.

Literatur
Hardtke, H.-J. & Nuss, M. (2006): Die Silberfleckbläulinge Plebeius argus, P. idas und P. argyrognomon in Sachsen (Lepidoptera: Lycaenidae). - Sächsische Entomologische Zeitschrift 1: 33-44.
Palmer, M. (2009): Der Argus-Bläuling Plebeius argus (L., 1758); Ein Wiederfund für die Freiberger Region. - Mitteilungen des Naturschutzinstitutes Freiberg 5 (im Druck).


IV

Nektarsaugpflanzen sächsischer Tagfalter


von Rolf Reinhardt, Mittweida
In der Tagfalterfauna von Sachsen (Reinhardt et al. 2007 - Anhang) waren nur solche Pflanzenarten aufgeführt worden, von denen auch tatsächlich in Sachsen Beobachtungen zum Nektarsaugen vorliegen. Bei der Erarbeitung des Textes wurde schnell klar, dass es bisher nicht all zu viele Mitteilungen darüber gab. Namentlich durch Dietrich (2005, 2006, 2009, 2010) und durch Palmer (2007) sowie weiterer Entomologen wurde die Liste schnell verlängert. Damit die Aktivitäten nicht nachlassen, soll hier eine Zwischenbilanz gezogen werden. Diese möge anregen, die vielen noch möglichen Nektarsaugpflanzen in der bevorstehenden Saison aufzuspüren.
Fertigen Sie selbst Manuskripte oder übersenden Sie die Listen dem Autor.
Herzlich bedanken für die bisherigen Mitteilungen möchte ich mich bei
Walter Dick, Gerhard Fiedler, Uwe Fischer, Maik Hausotte, Frank Herrmann, Bernhard Klausnitzer, Hans Köckeritz, Detlev Koop, Michael Krahl, Uwe Kunick, Maik Palmer, Dieter Saemann, Mario Trampenau, Helga & Dietrich Wagler, Sabine Walter und Sven Wießner.


Die Gemeine Winterlibelle Sympecma fusca
ist eine von zwei paläarktischen Libellenarten die obligatorisch als Imagines überwintern. Ihre Bestandsentwicklung ist deshalb stark von der winterlichen Überlebensrate abhängig. Ab April schreiten die Tiere zur Fortpflanzung und bereits ab Juli also bereits nach zwei bis drei Monaten schlüpft aus der im Frühjahr begründeten Larvenpopulation die nächste Imaginalgeneration.

In einer Arbeit in den Entomologischen Nachrichten und Berichten im Jahr 1998 konnte ich nachweisen, dass die Bestandsentwicklung dieser Art langjährigen Schwankungen unterliegt, welche wahrscheinlich von den winterlichen Durchschnittstemperaturen maßgeblich beeinflusst werden (Brockhaus 1998). Für mich stellt sich nun die Frage, wie sich der gerade vergangene Winter mit mäßig kalten Temperaturen und viel Schnee auf die Vorkommen der Art ausgewirkt hat.

Ich bitte deshalb alle interessierten EntomologInnen in den kommenden Monaten verstärkt auf diese recht unauffällige Art zu achten. Für alle Meldungen aus Sachsen bin ich dankbar. Diese können direkt an meine eMail-Adresse t.brockhaus@t-online.de erfolgen.

Des weiteren bitte ich um Meldung von Beobachtungen aus den Jahren 2004 bis 2008. Die letzte zusammenfassende Darstellung der Verbreitung der Art erfolgte in der Libellenfauna Sachsens mit einem Erfassungsstand bis zum Jahr 2003 (Brockhaus 2005). Sollte es gelingen, für diese Jahre eine genügende Menge an Informationen zu bekommen, ist es vielleicht möglich, die Bestandesentwicklung einer Libellenart in Sachsen über einen Zeitraum von 25 Jahren zu verfolgen, das entspricht in etwa einer Menschengeneration!

Brockhaus, T. (1998): Die Winterlibelle Sympecma fusca (Van der Linden, 1820) in der Region Chemnitz-Erzgebirge (Odonata). Entomologische Nachrichten und Berichte 42: 231-234.

Brockhaus, T. (2005): Gemeine Winterlibelle. Sympecma fusca (Vander Linden, 1820). In: Brockhaus, T. & U. Fischer: Die Libellenfauna Sachsens. Natur & Text, Rangsdorf: 60-62.

Dr. Thomas Brockhaus


Abb.: Bestandsentwicklung von Sympecma fusca in der Region Chemnitz/Erzgebirge zwischen 1982 und 1998


Foto: Sympecma fusca, September 2004, Daubitzer Sicheldünen, Oberlausitz


!!! Achtung – Meldung von Schmetterlingsdaten !!!

Wer nicht selbst seine Daten im Internet unter www.Falterfunde.de eingibt, kann weiterhin seine Meldungen in gewohnter Weise an die Bearbeiter geben:

Uwe Fischer, Anton-Günther-Str. 12, 08430 Schwarzenberg
Sven Erlacher, Museum für Naturkunde Chemnitz, Moritzstr. 20, 09111 Chemnitz
Rolf Reinhardt, Burgstädter Str. 80a, 09648 Mittweida

Bitte geben Sie Ihre Meldungen bis Anfang Dezember ab, damit auch gewährleistet ist, dass diese mit in die Auswertung gelangen können, z.B. der Wanderfalterforschung.

Es wird um rege Beteiligung gebeten.


Waffenfliegen-Nachweise aus Sachsen

Die Waffenfliegen gehören im Freistaat Sachsen zu den bislang wenig bearbeiteten Dipteren-Familien. Im Rahmen des Projekts „Entomofauna Saxonica“ des Landesverbandes Sachsen der Entomofaunistischen Gesellschaft e.V. legte Jeremies (1995) erstmals eine kommentierte Liste mit insgesamt 20 bestätigten und weiteren sieben zu erwartenden Stratiomyiden-Arten vor. Im Jahr 2004 wurde die Dipteren-Sammlung Zscheische im Museum der Westlausitz Kamenz ausgewertet, brachte aber nur einen Nachweis für die Oberlausitz zu Tage (Jentzsch 2004). Schließlich publizierte Arnold (2005) seine Waffenfliegen-Funde aus Mitteldeutschland und berücksichtigte auch die Daten von Riedel (1895/1896), wodurch die Liste von Jeremies um sechs Arten anwuchs.

Nunmehr ist geplant, eine Gesamtschau der Waffenfliegen-Nachweise aus dem Freistaat zusammenzustellen (Jentzsch, in Vorbereitung). Hierzu wurden bereits mehrere Museumssammlungen ausgewertet (Deutsches Entomologisches Institut Münchenberg, Naturkundemuseum Erfurt, Naturkundemuseum Görlitz, Naturkundemuseum Leipzig) und auch eigene Fänge eingebracht. Weitere Sammlungsüberprüfungen sind geplant.

Die Bitte um Mitarbeit richtet sich an alle Entomologen, die in Sachsen sammeln. Diejenigen unter Ihnen, die in ihren Privatsammlungen Dipteren (vielleicht noch undeterminiert als Beifänge) aufbewahren, werden um entsprechende Mitteilung an die unten genannte Adresse (gern als E-Mail) gebeten.

Arnold, A. (2005): Waffenfliegen (Dipt., Stratiomyidae) aus Mitteldeutschland. – Entomol. Nachr. Ber. 49: 65-66.
Jentzsch, M. (2004): Fliegen aus der Sammlung Zscheische im Museum der Westlausitz (Diptera: Asilidae, Conopidae, Stratiomyidae et Tabanidae). – Veröff. des Museums der Westlausitz Kamenz 25: 83-84.
Jeremies, M. (1995): Kommentiertes Verzeichnis der Dipterenfamilien Tabanidae (Bremsen) und Stratiomyidae (Waffenfliegen) des Freistaates Sachsen. – Mitt. Sächsischer Entomologen 28: 7-11.
Jeremies (1995)
Riedel, M. P. (1895/1896): Ein Beitrag zur Kenntnis der Dipterenfauna des Königreichs Sachsen. – Sitzungsberichte der Naturforschenden Gesellschaft zu Leipzig 22/23: 215-231.


Dr. Matthias Jentzsch
Schillerstraße 35
06114 Halle (Saale)
m_jentzsch [at] yahoo.de



Orthopteren-(Geradflügler-) fauna Sachsens – Aufruf zur Mitarbeit!

Wer Daten hat, diese bitte bereitstellen oder sich mit den Bearbeitern (Matzke: Schaben, Ohrwürmer; Klaus: Heuschrecken) in Verbindung setzen

Näheres dazu unter Landesfaunen!!!


Geometridenfauna Sachsens – Aufruf zur Mitarbeit!

Aus gegebenem Anlass und nach ausführlicher Diskussion untereinander haben wir uns entschieden, ab sofort und gemeinsam die Geometridenfauna von Sachsen dauerhaft zu bearbeiten. Dieser Entschluss erfolgte aufgrund fachlicher/inhaltlicher Kriterien. Wir bitten Sie, uns bei dieser Arbeit voll zu unterstützen.

Ziel unserer Tätigkeit, in deren Zentrum die Überprüfung und Zusammenfassung der faunistischen Daten steht, ist letztlich eine „Spannerfauna“ von Sachsen, wobei der Termin einer Fertigstellung allein vom Durchforschungsgrad abhängt und zum jetztigen Zeitpunkt nicht bestimmt werden kann. Weitere Kernaufgaben sind die Erfassung der Bestandsentwicklung der Geometriden Sachsens und darauf aufbauend die Abfassung einer neuen Roten Liste sowie die Ableitung von Schutzmaßnahmen.

Wir betrachten die Geometridenfauna Sachsens als ein langfristiges, vereinsübergreifendes Projekt, über das selbstverständlich regelmäßig und qualitativ hochwertig berichtet werden soll. Grundlage für unsere gemeinsame Arbeit ist die Erkenntnis, dass eine sichere Determination der gemeldeten und der in den Museen aufgenommenen Arten von größter Wichtigkeit ist, was eine möglichst intensive Mitarbeit aller Beteiligten einschließt. In die „Fauna“ sollten vor allem auch biologische und ökologische Kenntnisse einfließen, so dass grundsätzlich alle Beobachtungen zur Biologie wie Flugzeiten, Höhenverbreitung und Nahrungspflanzen der Raupen von Interesse sind. Da Sie wissen, dass viele Geometriden nicht einfach zu bestimmen sind, manche sogar nur durch Genitaluntersuchung, bieten wir allen unsere Unterstützung bei der Bestimmung von Faltern an – so, wie es ohnehin schon oft in der Vergangenheit geschehen ist.

Wir wünschen uns, dass künftig alle Lepidopterologen, die sich mit Geometriden beschäftigen, ihren Beitrag zu einer gelungenen und auf sicherer Datenbasis beruhenden Landesfauna leisten. Gemeinsam können wir die anspruchsvollen Vorhaben sicherlich verwirklichen.


Adressen der Bearbeiter:

Dipl.-Biol. Sven Erlacher, Museum für Naturkunde, Moritzstr. 20, D-09111 Chemnitz;
erlacher [at] naturkunde-chemnitz.de

Dr. Jörg Gelbrecht, G.-Hauptmann-Str. 28, 15711 Königs Wusterhausen;
c.aureum [at] t-online.de

Heinz Sbieschne, Bertolt-Brecht-Str. 31, 02625 Bautzen

Sven Wießner, Max-Müller-Str. 50, 09123 Chemnitz;
swiess [at] web.de


Bibliographie der entomofaunistischen Literatur Sachsens

Für die Aktualisierung der Bibliografie über Sachsens Insekten (Reinhardt - Mitt.Sächs.Ent. 57/2002) sind Ergänzungen (insbesondere auch die sog. Grauliteratur), Hinweise, Korrekturen usw. erwünscht und möglichst bald an die Redaktion der Mitt.Sächs.Ent. zu übergeben. Wie bereits mitgeteilt soll eine Vervollständigung zunächst bis zum Jahr 2000 erfolgen. Die ergänzte „Bibliographie ...“ ist dann auf Anfrage / Bestellung auch auf Datenträger verfügbar bzw. wird den Interessenten per e-mail zugesandt.


Hiermit rufen wir alle aktiven Entomologen auf, die Daten aus Sachsen besitzen, diese den Bearbeitern (siehe hierzu "Gruppenbearbeiter") zu übermitteln.


Aufruf zur weiteren Mitarbeit bei der Eulenfalterkartierung (Noctuidae) mit dem Ziel der Erstellung einer Noctuidenfauna Sachsens
(siehe dazu auch Mitteilungen Sächsischer Entomologen Nr. 62)

Zunächst soll an dieser Stelle den vielen Entomologen gedankt werden, die durch ihre Freizeitarbeit und Meldung der Daten bisher dazu beigetragen, die Kenntnis zur Verbreitung und Biologie der Eulenfalter in Sachsen zu verbessern und sich letztendlich auch für den Erhalt von Lebensräumen einsetzen.
Auf Basis von Literaturdaten und aktuellen Meldungen können derzeit 423 Noctuiden-Arten für Sachsen genannt werden, jedoch sind nicht alle Arten auch Sachsen indigen.
5 Arten sind seit 1990 neu hinzugekommen, von einer dieser Arten gibt es einen Reprooduktiosnachweis, eine weitere ist vermutlich dabei, sich in Sachsen anzusiedeln. Die anderen müssen derzeit als Irrgast oder als eingeschleppt angesehen werden.
6 Arten, die in der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ geführt werden, wurden nach 1990 noch nicht wieder nachgewiesen, andererseits wurden 3 verschollene Arten wiedergefunden. 3 Arten, die bisher als Migranten gewertet wurden, sind inzwischen in Sachsen heimisch geworden.
Für viele Naturräume Sachsens ist aber der Kenntnisstand zum Vorkommen von Eulenfaltern unbefriedigend. Bisher relativ gut bearbeitet sind die Oberlausitz, Südwestsachsen und die Umgebung Leipzig. Für große Räume liegen jedoch noch gar keine oder keine aktuellen Daten vor. Außerdem muss eingeschätzt werden, dass der Datenzulauf in den letzten Jahren rückgängig war, seit der Erleichterung bezüglich der Erteilung der Ausnahmegenehmigung zum „Sammeln“ aber wieder leicht zunimmt.
Aus diesem Grunde wird aufgerufen, die Erfassung von Eulenfaltern und die Offenlegung gewonnener Daten zu forcieren.

Zur Zeit liegen schätzungsweise 15.000 Datensätze (DS) vor, davon sind jedoch erst ca. 3.000 DS in einer Datenbank eingegeben. Nachdem das Datenbanksystem InsectIS in hervorragender Weise gereift ist, wird die weitere Eingabe und Datenpflege mittels dieses Programmes stattfinden.

Aus derzeitiger Sicht lässt sich als Ziel für das Erscheinen einer Noctuidenfauna das Jahr 2010 anvisieren. Ein früherer Termin erscheint bei der derzeitigen Datenlage als unrealistisch. Das angestrebte Ziel lässt sich auch nur bei aktiver Mitarbeit weiterer Noctuidenkenner hinsichtlich Feldarbeit und Datenauswertung in Sachsen erreichen. Dazu wird angeregt, einen Arbeitskreis aus aktiven Noctuidenkennern zu bilden, da der Arbeitsumfang von einer Person nicht mehr zu leisten ist. Interessenten möchten sich bitte beim Autor melden !
Es wird als sinnvoll erachtet, wenn sich in jedem Naturraum (Gliederung gemäß Bernhardt et al. 1986) ein Bearbeiter findet, der eingehende Daten aus diesem Naturraum erfasst und bewertet, und diese vorab aufbereiteten Daten einem Landesbearbeiter jährlich zustellt, um den Landesüberblick herzustellen.
Es wird der nachfolgend dargestellte Zeitablauf vorgeschlagen:

- Aufbereitung der aktuellen (nach 1990) Daten bis etwa Ende 2006
- Aufbereitung der Altdaten (Ende 2006)
- Sichtung öffentlicher und von Privatsammlungen (bis etwa 2008)
- Gezielte Erfassung in Regionen mit Beobachtungslücken (2005-2009)
- ggf. Erarbeitung einer Bilddatei (bis 2009)
- Manuskripterstellung (2009/2010).

Bezüglich der Meldungen (Fundort- und Fundbeschreibung) wird nochmals auf die Ausführungen von Hardtke (Mitt.Sächs.Ent. 58/2002) verwiesen. Ein gewisses Maß an Informationen ist für den weiteren Umgang mit den Daten auch im Sinne der Vertiefung der Kenntnis zur Biologie und zum Schutz der einzelnen Arten erforderlich, auch wenn berücksichtigt wird, dass es sich um Freizeitarbeit handelt und dies auch bleiben soll. Diesbezüglich werden Vorschläge gern entgegengenommen, die eine Verringerung des Aufwandes für den einzelnen bringen, ohne das Inhalte gekürzt werden.

Kontaktadresse: Uwe Fischer, A.-Günther-Str. 12, 08340 Schwarzenberg;
E-Mail: oekologie-fischer[at] t-online.de


Spinnerartige werden jetzt bearbeitet durch

Rainer Klemm
Mittelweg 14a, 09477 Jöhstadt OT Grumbach,
e-mail: r.klemm2006 [at] web.de

Bitte senden Sie Ihre diesbezüglichen Meldungen zur ENTOMOFAUNA SAXONICA zukünftig an ihn, bzw. gesammelt an Rolf Reinhardt oder Uwe Fischer, die diese dann weiterleiten werden.
Ein herzliches Dankeschön an alle Melder!