Petition zum geplanten Kulturgutschutzgesetz

Das geplante Kulturgutschutzgesetz umfasst nicht allein Kunstsammlungen und archäologische Schätze.
Laut Art. 1, Kap. 1, § 2, Abs. 1, Ziff. 9 ist unter „Kulturgut“ jede bewegliche Sache oder Sachgesamtheit von künstlerischem, geschichtlichem oder archäologischem Wert oder aus anderen Bereichen des kulturellen Erbes, insbesondere von paläontologischem, ethnographischem, numismatischem oder wissenschaftlichem Wert zu verstehen.

Tritt das Gesetz in Kraft, würde es auch naturkundliche Objekte wie Fossilien oder Insekten (sofern sie wissenschaftlich bedeutend sind) zum „Kulturgut“ erklären. Solches darf nur mit einer Ausfuhrgenehmigung des Herkunftsstaates nach Deutschland gebracht werden.
Es geht dabei nicht nur um neue Funde, das Gesetz gilt rückwirkend bis zu 30 Jahre. Wer beispielsweise in den frühen 1990er Jahren Fossilien oder Insekten gesammelt hat und diese verkaufen oder einem Museum schenken will, müsste künftig Papiere vorweisen, die er meist gar nicht haben kann.
Museen sind jedoch auf die Zusammenarbeit mit Sammlern angewiesen (ein großer Anteil der Sammlungszuwächse sind Ankäufe oder Schenkungen von Privatsammlern).

Auch der Austausch mit Spezialisten im Ausland wäre extrem erschwert, da der bürokratische Aufwand enorm ansteigen würde.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite:

www.openpetition.de/petition/online/fuer-den-erhalt-des-privaten-sammelns

Hier können Sie auch die betreffende Petition unterzeichnen.

Parallelen zum Nagoya-Protokoll [Nagoya Protocol on Access to Genetic Resources and the Fair and Equitable Sharing of Benefits Arising from Their Utilization] welches 2010 durch 50 Staaten und die EU unterzeichnet wurde und am 12. Oktober 2014 in Kraft trat, hätte bei buchstabengetreuer Umsetzung in nationales Recht, verheerende Folgen auch für die Wissenschaft, da auch diese Regeln in bestehende Sammlungen in Museen, Instituten und Privatsammlungen wirken.

Vorstehender Text wurde weitgehend aus den Rundschreiben verschiedener wissenschaftlicher Vereine übernommen.

Der Vorsitzende das Landesverbandes Sachsen der EFG

Jörg Gebert
(Schleife-Rohne/Dresden)

Interessante Beobachtungen

Ein selten zu beobachtendes Schauspiel – ein Heerwurm

Als Heerwürmer werden die Prozessionen von Sciariden-Larven bezeichnet, die häufig mehrere Meter lang werden können. Dieses Phänomen ist seit mehreren Hundert Jahren bekannt, wird allerdings nur selten beobachtet, bzw. publiziert. Meist wird von der Beobachtung der Larve von Sciara militaris, einer Trauermückenart, ausgegangen.

Heerwurm im Tharandter Wald (Julia Fält 2013)

heerwurm

© Felix Bähr

Sammelerlaubnis

Antragsformular für das neue Standardverfahren zur artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung für die Freilandforschung (Sammelerlaubnis)

Liebe „Freilandforschungskollegen“,  das neue Antragsformular steht hier zum Download bereit. Die Hinweise auf der Downloadseite sollten sorgfältig gelesen und beachtet werden. Insbesondere sind auf der ersten Seite des Antrags zwei Unterschriften erforderlich sowie das Ankreuzen der ersten Option „einverstanden“ zur Datenverarbeitung. Anträge können ansonsten nicht bearbeitet werden.

23. Tagung Sächsischer Entomologen 2015

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Termin: Sonnabend, 17. Oktober 2015, Beginn 10.00 Uhr

Ort: Hochschule für Technik und Wirtschaft, 01326 Dresden, Pillnitzer Platz 2

Tagungsgebühr: 3,00 EURO für EFG-Mitglieder, 5,00 EURO für Nichtmitglieder, Studenten frei.

Versorgungsmöglichkeit: Es besteht in umliegenden Gasthäusern die Möglichkeit, Speisen und Getränke einzunehmen.

Ferner besteht die Möglichkeit, verschiedene Publikationen der EFG e.V. zu erwerben.

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Insekt des Jahres 2015

Der Silbergrüne Bläuling (Polyommatus coridon) ist das Insekt des Jahres 2015. Der kleine Falter kann im Juli und August vorwiegend auf Trockenrasen angetroffen werden, wo auch die Nahrungspflanze der Raupe wächst. Bevorzugt lebt die Art am Hufeisenklee (Hippocrepis comosa), frisst aber auch an Bunter Kronwicke (Securigera varia). In Sachsen, wo der Hufeisenklee nicht vorkommt, stellt die Bunte Kronwicke damit die einzige Raupennahrungspflanze dar.
Die Bunte Kronwicke ist eine wärmeliebende Art die in Sachsen daher auch schwerpunktmäßig im Elbtal verbreitet ist. Und darin ist der Hauptgrund zu sehen, warum vom Silbergrünen Bläuling der Verbreitungsschwerpunkt über lange Zeit im Elbtal zu finden war. Seit etwa 10 Jahren tritt der Falter nun verstärkt im Nordosten von Sachsen auf. Dort hat sich auf den Rekultivierungsflächen des Braunkohletagebaues die Bunte Kronwicke (über Saatgutmischungen ausgebracht) inzwischen verstärkt ausgebreitet, sodass für den Falter geeignete Habitate entstanden sind. Die Flächen sind gegenwärtig gut besiedelt und der Falter kann zum Teil recht zahlreich beobachtet werden.

Weiterführende Informationen zum Silbergrünen Bläuling in Sachsen sowie eine aktuelle Verbreitungskarte sind unter www.tagfalter-sachsen.de zu finden.

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